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Foto: Nele Lipp Das Tuch 1 Foto: Nele Lipp
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Foto: Nele Lipp Das Tuch 2 Foto: Nele Lipp
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Foto: Nele Lipp Das Tuch 5 Foto: Nele Lipp
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Immer mehr Tücher, 1999 Immer mehr Tücher Immer mehr Tücher, 1999
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Hessisch Niedersächsische Allgemeine, 25.01. 2002 Presse Das Tuch Hessisch Niedersächsische Allgemeine, 25.01. 2002
Titel
Das Tuch / Immer mehr Tücher (1991-2002)
Untertitel
Totentanz
Jahr
Ort
Veranstaltungsort
Beschreibung
1991-2002, Das Tuch / Immer mehr Tüche:
Erste Tanz – Performance war ein Solo von Nele Lipp, entstanden in Zusammenarbeit mit der Tänzerin Anja Grover und aufgeführt in der HFBK Hamburg. Anlass war der zweite Golfkrieg zwischen dem Irak und Kuweit mit seinen ungezählten Todesopfern und als Metapher die Radierung Las camas de la muerte (1812-1815) aus dem Zyklus Desastres de la guerra von Franciso José de Goya (1746-1828), der unter dem Eindruck der napoleonischen Offensive in Spanien entstanden war.
1988, während des dritten Golfkrieges wurde die Performance als Multiplikation mit wechselnder Anzahl von Darsteller*innen an verschiedenen Orten gezeigt und das vorzugsweise nachts. Die Einfachheit der Mittel ließen die Performance leicht und schnell an verschiedenen Orten Realität werden und das Solo beliebig multiplizieren (Siehe: Immer mehr Tücher).
Musik: Michael Denhoff: Desastres de la Guerra, Orchesterbild nach Goya
Das zunächst nur auf ein Tuch vor dem Körper der Tänzerin projizierte Bild einer trauernden Frau inmitten von „Betten des Todes“ auf einem Schlachtfeld dringt langsam durch den Stoff: Schritt für Schritt formt sich die Projektionsfläche zum Kleidungsstück das sie umhüllt. Nach einer Weile erlischt das Bild und damit springt das Motiv in die Gegenwart. Die Leidtragende erschauert und erfasst den eigenen Körper. Sie fasst ihn so fest, dass sich schließlich ihre Knochen im Tuch abbilden. Mit dem Ablegen des Tuches und der Trennung von ihrem Körper bleibt das Abbild ihres Schmerzes im Stoff als Bildträger erhalten.
1999/2002, Immer mehr Tücher:
Anlässlich des Kosovokrieges (1998/1999) wurde die zunächst auf fünf Tänzerinnen erweiterte Fassung, Immer mehr Tücher erarbeitet. Es war relativ unkompliziert, als man noch Diaprojektoren hatte, da je Tänzer*in, die hinzukam, nur ein Tuch, ein Dia und ein Diaprojektor benötigt wurden. Die erste Aufführung fand in der Ruine der Nikolai Kirche an der Willy-Brand-Straße in der offenen Ruine der St. Nikolai Kirche in Hamburg (St. Nicolai Memorial) statt. Die Auftritte fanden, beginnend mit einer Tänzerin um 9:00, alle 30 Minuten von einer weiteren Tänzerin ergänzt, statt, dazu wurde die noch intakte Glocke geläutet.
Einstudiert wurde die Tanz-Performance von Tünde Pasdach.
Immer mehr Tücher wurde bis 2002 mehrfach wieder aufgeführt.
Dauer
30'