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Riva schaut den Tänzen der Schwestern Falke zu, Foto: Anja Beutler Riva I Riva schaut den Tänzen der Schwestern Falke zu, Foto: Anja Beutler
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Riva im Mantel des Prinzen, Foto: Anja Beutler, 2020 Riva II Riva im Mantel des Prinzen, Foto: Anja Beutler, 2020
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Zerbr. Spiegel Arbeiter kommen
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Riva leidet unter dem Spott der Arbeite, Foto: Anja Beutler Welt-Uraufführung der expressionistischen TanzpantomimeDie zerbrochenen Spiegel (1926) von Klaus Mann, 9.Juni, HFBK HH Riva leidet unter dem Spott der Arbeite, Foto: Anja Beutler
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Monika Weller als Alte und Riva in der Schlussszene, Foto: Anja Beutler Welt-Uraufführung der expressionistischen TanzpantomimeDie zerbrochenen Spiegel (1926) von Klaus Mann, 9.Juni, HFBK HH Monika Weller als Alte und Riva in der Schlussszene, Foto: Anja Beutler
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Kabinett, das Manns Hotelzimmer mit Alptraumprojektion auf dem Kopfkissen und Schreibmaschine mit Typoskript darstellt, Foto: Anja Beutler Kabinett Klaus Mann Kabinett, das Manns Hotelzimmer mit Alptraumprojektion auf dem Kopfkissen und Schreibmaschine mit Typoskript darstellt, Foto: Anja Beutler
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Kabinett, das die Umkleide der Schwestern Ursula und Gertruf Falke darstellt, Foto: Anja Beutler Kabinett Falkeschwestern Kabinett, das die Umkleide der Schwestern Ursula und Gertruf Falke darstellt, Foto: Anja Beutler
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Kabinett der vergessenen Tänzer*innen mit verschwimmenden Bildern, Foto: Anja Beutler Kabinett d.Vergessenen Kabinett der vergessenen Tänzer*innen mit verschwimmenden Bildern, Foto: Anja Beutler
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Kabinett mit interaktivem Stadtplan der Tanzschulen, Foto: Anja Beutler Kabinett Stadtplan Kabinett mit interaktivem Stadtplan der Tanzschulen, Foto: Anja Beutler
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Hamburger Abendblatt, 19.06.2010, S. 19. Presse Abendblatt Hamburger Abendblatt, 19.06.2010, S. 19.
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FAZ, 14.06.2010 Presse FAZ FAZ, 14.06.2010
Titel
Klaus Mann_Zerbrochene Spiegel
Untertitel
UA nach dem Typoskript von 1926
Jahr
Ort
Veranstaltungsort
Beschreibung
Bei Recherchen zu einem Essay über den Tanz in Hamburg für die Publikation Himmel auf Zeit. Die 20er Jahre in Hamburg (https://taz.de/Kunstfestival-Himmel-auf-Zeit/!5144356/) von Friederike Weimar und Dirk Hempel kam ein Typoskript von Klaus Mann ans Licht. Fundort war das Deutsche Tanzarchiv Köln. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine nie aufgeführte Tanzpantomime handelte, die der Sohn Thomas Manns 1926 verfasst hatte, als er zusammen mit Pamela Wedekind, Gustaf Grundgens und seiner Schwester Erika in der Hamburger Oberstraße wohnte. Die Publikation dazu kam zu einem Festival heraus, in das auch die Welturaufführung der Zerbrochenen Spiegel sowie eine Ausstellung zum Tanz der 20er Jahre in Hamburg eingebettet war, die wie die Welturaufführung in der HFBK gezeigt wurde.
Konzept und Regie waren von Nele Lipp, Filmaufnahmen zur Aufführung machte Karsten Wiesel, Filmtänze choreografierte Christiane Meyer Rogge Turner, die Assistenz übernahm Beatrice Schickendantz das Kostüm und die Lehne des Treppenstuhles gestaltete Burkhard Scheller (https://theo11ateliers.de/burkhard-scheller/), die improvisierte Klavierbegleitung war von Dominique Goris, Als Solist in der Rolle des Prinzen tanzte Sasha Riva, der zu der Zeit Schüler der Ballettschule des Hamburg Ballett von John Neumeier war, die Filmtänze wurden von Kindern und Student*innen der Lola Rogge Schule getanzt.
Die Aufführung der Tanzpantomime Die zerbrochenen Spiegel (90‘), in der es darum ging, dass einem Prinzen die Spiegel, in denen er sich bis dahin erblickt hatte, während eines Arbeiteraufstands zerbrochen werden, bestand aus zwei eng miteinander verzahnten Elementen: Dem Geschehen auf der Bühne und den durch Rückprojektion eingeblendeten Filmsequenzen. In einer Szene ist eine Überwachungskamera mit im Spiel, die das Entsetzen in der Physiognomie des Prinzen beobachtet. Eine vierstufige Treppe, die ehemals auf die Bühne der Aula in der HFBK führte, diente als einziges Requisit. Sie steht für das bei Mann beschriebene Treppenhaus, in dem ein Prinz in banger Vorahnung den Abstieg der feudalen Gesellschaft, deren Spross er ist, erlebt.
Die Falten des Mantels, den der Prinz trug symbolisierten die Sprünge im Glas des dreiflügeligen Spiegels und so zerfiel der Mantel im Moment von deren Zertrümmerung durch die Masse in die Villa eindringenden Arbeiter, die ihn nun verhöhnen.
Begleitet wurden die zehn Aufführungen von einer Ausstellung zum Tanz der 1920er Jahre in Hamburg. Auch war, den Kontext des Typoskripts betreffend in der Aula der HFBK eine Ausstellung mit sechs Kabinetten, die mit original historischen und ergänzend rekonstruierten Objekten ausgestattet waren. Darin wurde etwas zur Geschichte von Klaus Mann präsentiert, aber auch etwas über die Tänzer*innen und Themen seiner tanzenden Zeitgenossen wie Gertrud und Ursula Falke, Lothar Schreyer und Jean Weid. Es gab auch eine Installation für die Vergessenen, von denen nur noch ein Name und bestenfalls ein paar Fotos existierten. Eine besondere Attraktion stellte der interaktive Stadtplan dar, in den alle damals existierenden Hamburger Tanzschulen markiert waren. Bediente man einen der auf die Karte eingebauten Leuchtschalter, so erschienen auf einem Bildschirm daneben Informationen zu der jeweiligen Schule und ihren Lehrer*innen.
Bauten: Norman Glanzel, digitale Technik/ -Installationen: Lauritz Lipp (UE)
Anette Bopp schrieb eine Rezension dazu im tanznetz.:
www.tanznetz.de/de/article/2010/welturauffuehrung-die-zerbrochenen-spiegel
Film:
Die Aufführung wurde von Heidemarie Härtel und Mitarbeiter*innen des Deutschen Tanzfilminstituts gefilmt und geschnitten. (Informationen dazu: info@koinzi.de)
Lit.:
Nele Lipp / Uwe Naumann (Hg.): Klaus Mann. Die zerbrochenen Spiegel. Eine Tanzpantomime, München 2010.
Nele Lipp: „Landen und Stranden“, In: Dirk Hempel / Friederike Weimar (Hg.) Himmel auf Zeit, Neumünster, 2010, S. 93 -116.
Dauer
60'